Bundesfinanzminister Olav Scholz (SPD) wollte eine Steuervergünstigung abschaffen, von der Hunderttausende Arbeitnehmer profitieren.

Es geht um sogenannte Sachbezugskarten, mit denen Firmen ihren Mitarbeitern steuerfrei eine geldwerte Belohnung im Wert von monatlich bis zu 44 Euro zukommen lassen dürfen. Sie funktionieren wie vorausbezahlte Kreditkarten. Die Begünstigten können damit fast überall einkaufen.

Jetzt gibt es Entwarnung. In ihrer Kabinettssitzung am 31. Juli entschied die Bundesregierung, den Sachleistungsbegriff beizubehalten und nicht zu begrenzen. Die angestrebte Neuerung des Bundesfinanzministeriums (BMF), Prepaid-Karten nicht mehr als steuerfreien Sachbezug gelten zu lassen, ist damit vom Tisch.

Das heißt der Sachbezug bleibt in seiner jetzigen Form bestehen und kann weiterhin uneingeschränkt genutzt werden.

Die Definition der „Sachbezüge“ ist nicht nur für die 44-Euro-Freigrenze wichtig. In Paragraf 37b Einkommensteuergesetzes ist zudem geregelt, dass Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 10.000 Euro pauschal mit einem Steuersatz von „nur“ 30 Prozent versteuert werden müssen. Für Gutverdiener ergibt sich daraus eine Steuerersparnis, denn der Spitzensteuersatz in Deutschland liegt bei 42 Prozent.